Die Initiative Stop Killing Games hat nahezu 1,3 Millionen verifizierte Unterschriften gesammelt und damit die Hürde für eine Debatte in der EU erreicht. Ziel ist es, das Abschalten gekaufter Spiele künftig zu verhindern.
Die Initiative Stop Killing Games hat nahezu 1,3 Millionen verifizierte Unterschriften gesammelt und damit die Hürde für eine Debatte in der EU erreicht. Ziel ist es, das Abschalten gekaufter Spiele künftig zu verhindern.
Die Kampagne Stop Killing Games wurde 2024 vom YouTuber Ross Scott (Accursed Farms) ins Leben gerufen, nachdem Ubisoft angekündigt hatte, den Always-Online-Racer The Crew dauerhaft abzuschalten. Damit wäre das Spiel selbst für Käufer*innen komplett unspielbar geworden.
Das zentrale Anliegen der Bewegung: Publisher sollen rechtlich daran gehindert werden, Spiele nachträglich funktionslos zu machen - so wie es zuvor bereits bei Titeln wie Anthem oder Concord der Fall war.
Da eine entsprechende Gesetzesänderung in den USA als unrealistisch gilt, verlagerte sich der Fokus bewusst nach Europa. Dort könnten neue Regelungen globale Auswirkungen entfalten - ähnlich wie frühere Entscheidungen, durch die Steam unter anderem zu Rückerstattungen gezwungen wurde.
https://2playerz.de/p/anthem-server-aus-sorgt-erneut-fur-kritik-an-always-online-spielen
Um von der Europäischen Kommission überhaupt geprüft zu werden, benötigt eine Bürgerinitiative mindestens eine Million gültige Unterschriften. Zwar wurde diese Schwelle bereits im Juli des vergangenen Jahres überschritten, doch jede einzelne Stimme musste zunächst überprüft werden.
Um mögliche ungültige Einträge, etwa von Unterstützer*innen außerhalb Europas, auszugleichen, rief das Team dazu auf, weiterhin für Aufmerksamkeit zu sorgen. Nun steht ein belastbares Ergebnis fest:
Wie Moritz Katzner im Subreddit r/StopKillingGames berichtet, zählt die Petition inzwischen 1,294 Millionen verifizierte Unterschriften. Damit ist sie offiziell für eine Debatte auf EU-Ebene zugelassen.
Stop Killing Games: Final Count of Verified Signatures of the European Citizens Initiative
byu/Mr_Presidentle inStopKillingGames
Katzner erklärte, dass das Team eigentlich eine größere Enthüllung geplant hatte, diese sich aber verzögert:
„Wir wollten alles in einem Video veröffentlichen - zusammen mit einer überarbeiteten Webseite, einem neu strukturierten Discord und mehreren weiteren Updates, über die ich ironischerweise noch nicht sprechen darf“, so Katzner.
Er bittet um Geduld und betont den ehrenamtlichen Charakter der Initiative:
„Bitte habt Geduld mit dem Team. Wir tun das, weil wir daran glauben und weil wir überzeugt sind, dass es richtig ist. Keiner von uns wird dafür bezahlt. Wir alle haben Jobs, Familien und Verpflichtungen und für manche waren die letzten Wochen hart. Behaltet das im Hinterkopf.“
Die meisten Unterschriften stammen übrigens aus Deutschland, das mit 233.180 Stimmen an der Spitze liegt.
Auch Initiator Ross Scott machte wiederholt deutlich, worum es im Kern geht:
„Die Grundidee ist simpel: Wenn man ein Spiel kauft, sollte man es behalten dürfen, und Publisher sollten nicht in der Lage sein, etwas zu zerstören, für das man bereits bezahlt hat. Dieses Konzept ist so selbstverständlich, dass es eigentlich absurd ist, überhaupt dafür kämpfen zu müssen. Lasst euch von der Industrie nicht vom Wesentlichen ablenken - besonders in Zukunft. Wenn etwas faul riecht, wehrt euch.“
https://2playerz.de/p/initiative-stop-killing-games-europas-spielelobby-verteidigt-das-abschalten-von-games
Trotz des Erfolgs mahnen Beobachter zur Vorsicht. In Großbritannien wurde Stop Killing Games bereits am 3. November 2025 im Parlament diskutiert. Zwar waren sich viele Abgeordnete einig, dass Publisher Wege schaffen sollten, um Spiele zu erhalten oder reparierbar zu machen, konkrete Gesetzesänderungen blieben jedoch aus.
Auch Branchenverbände wie Video Games Europe positionierten sich klar gegen die Initiative. Dort heißt es, private Server oder Offline-Modi seien „zu teuer“ und community-betriebene Lösungen könnten „rechtliche Risiken für Unternehmen“ darstellen.
Kampagnen-Unterstützer sehen genau darin allerdings ein positives Zeichen: Der Widerstand zeige, dass der Druck auf Publisher spürbar wachse.
https://2playerz.de/p/uk-parlament-debattiert-uber-verbraucherschutz-und-games-erhalt-stop-killing-games-gewinnt-an-gewicht
Unabhängig vom weiteren Verlauf gilt das Erreichen von fast 1,3 Millionen verifizierten Unterschriften als historischer Erfolg. Es ist ein bedeutender Schritt für Verbraucherrechte im Gaming-Bereich - auch wenn noch unklar ist, ob daraus am Ende tatsächlich verbindliche Gesetze entstehen.
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