NieR-Schöpfer Yoko Taro spricht offen über seine Schwierigkeiten, enge Freundschaften in der Spielebranche aufzubauen. Im Gespräch mit Hideki Kamiya zeigt er sich selbstkritisch und neidisch auf eingespielte Studios.
NieR-Schöpfer Yoko Taro spricht offen über seine Schwierigkeiten, enge Freundschaften in der Spielebranche aufzubauen. Im Gespräch mit Hideki Kamiya zeigt er sich selbstkritisch und neidisch auf eingespielte Studios.
Im Gespräch auf dem YouTube-Kanal von Clovers, dem Studio von Hideki Kamiya, erklärt Yoko Taro, warum seine Karriere als Freelancer sich stark von Kamiyas Weg unterscheidet. Während Kamiya ein eigenes Studio mit langjährigen Weggefährten aufgebaut hat, arbeitet Taro seit Jahren projektbasiert mit wechselnden Teams.
„Ich habe mit sehr vielen unterschiedlichen Menschen an sehr vielen Projekten gearbeitet“, erklärt Taro.
„Ich glaube, manche Menschen sind einfach besser darin, enge Freundschaften zu knüpfen. Ich gehöre definitiv nicht dazu.“
Besonders offen zeigt sich Taro, wenn es um seine eigene Persönlichkeit geht. Er habe das Gefühl, im Laufe seiner Karriere daran gescheitert zu sein, echte Bindungen innerhalb der Branche aufzubauen.
„Wenn es darum geht, diese eingeschworenen Freundschaften zu bilden, habe ich im Laufe meiner Karriere in der Spieleindustrie versagt“, so Taro.
„Und ehrlich gesagt beneide ich dich und alle anderen, die ihr eigenes Unternehmen gegründet haben. Ihr habt einen Ort, zu dem ihr gehört.“
Als Clovers-CEO Kento Koyama einwirft, dass Taro von außen betrachtet sehr beliebt wirke, kontert dieser trocken:
„Das ist die Fassade, die Leute wie ich aufsetzen müssen. Ich bin bei der Arbeit unerträglich. Ich bin der Schlimmste. Das weiß ich selbst.“
Mit seinem typischen Humor ergänzt Taro, es gäbe nur eine Situation, in der Kollegen ihn vermutlich mögen würden:
„Wenn es Alkohol bei der Arbeit gäbe, wäre es großartig, mit mir zu arbeiten - weil ich trinken würde. Aber daraus kann absolut nichts Gutes entstehen.“
Kamiya kommentiert lachend, das sei „eine leidenschaftliche Verteidigung von Alkohol am Arbeitsplatz“.
https://2playerz.de/p/yoko-taro-erklart-funkstille-viele-projekte-eingestellt-aber-weiterhin-kreativ
Ein weiterer Teil des Gesprächs dreht sich um den Umgang mit toxischen Kommentaren im Netz. Taro zeigt großen Respekt für Kamiyas kompromisslosen Stil auf Social Media - inklusive Blockieren und Beschimpfen unverschämter Nutzer.
„Wenn man Spieleentwickler und gleichzeitig eine öffentliche Person ist, zieht man jede Menge Aufmerksamkeit auf sich - auch von echten Weirdos“, erklärt Taro.
„Viele sagen Dinge, die völlig absurd oder einfach daneben sind. Aber weil sie dein Publikum sind, kann man nicht einfach mit voller Wucht zurückschlagen.“
Hideki Kamiya tut genau das trotzdem und Taro hält das für wichtig:
„Kamiya schlägt zurück. Er sagt ihnen einfach: ‚Hau ab, du Insekt!‘ Ich glaube, es ist etwas Positives, wenn klar ist, dass es auch Spieleentwickler gibt, die diese Grenze ziehen.“
Für Taro ist Kamiya deshalb eine beruhigende Präsenz in der Branche:
„Deshalb finde ich es unglaublich beruhigend, Kamiya-san als Kollegen in der Spieleindustrie zu haben.“
Kamiya stimmt zu und ergänzt, viele Menschen würden Entwickler als emotionale Boxsäcke betrachten - bis plötzlich zurückgeschlagen werde.
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