Nach dem Rücktritt von Phil Spencer und dem Abgang von Sarah Bond steckt Xbox im Umbruch. Neue Insider-Berichte zeichnen ein Bild interner Spannungen, strategischer Fehlentscheidungen und einer möglichen Neuausrichtung unter Asha Sharma.
Nach dem Rücktritt von Phil Spencer und dem Abgang von Sarah Bond steckt Xbox im Umbruch. Neue Insider-Berichte zeichnen ein Bild interner Spannungen, strategischer Fehlentscheidungen und einer möglichen Neuausrichtung unter Asha Sharma.
Der gut vernetzte The-Verge-Journalist Tom Warren berichtet unter Berufung auf rund ein Dutzend Microsoft-Mitarbeiter über erhebliche interne Spannungen bei Microsoft Gaming.
Demnach habe Phil Spencer bereits im vergangenen Jahr entschieden, seinen Posten als Leiter von Microsoft Gaming niederzulegen und das Unternehmen ganz zu verlassen. Als mögliche Gründe werden unter anderem die langwierige Übernahme von Activision Blizzard sowie die strategische Neuausrichtung der Xbox-Sparte genannt - insbesondere die konsequent verfolgte Multiplattform-Strategie.
Im Februar 2025 nahm Spencer zunächst eine längere Auszeit. In dieser Phase mussten mehrere Teams teils wochenlang auf notwendige Freigaben für wichtige Änderungen warten, da zentrale Entscheidungen auf Führungsebene ausblieben.
Kurz nach seiner Rückkehr machten schließlich erste Gerüchte die Runde, wonach ein baldiger Rücktritt Spencers innerhalb des Unternehmens bevorstehen könnte.
Während sein Rücktritt intern zwar bedauert, aber nicht völlig überraschend aufgenommen wurde, soll der Abschied von Sarah Bond vielerorts als unausweichlich gegolten haben.
https://2playerz.de/p/weiterer-insider-sagt-phil-spencers-abgang-bei-xbox-war-nicht-geplant
Im Zentrum der Kritik an Bond stand laut Warren die Marketingkampagne „This is an Xbox“. Die Botschaft: Man benötige keine klassische Konsole mehr, jedes Gerät könne Teil des Xbox-Ökosystems sein - dank Cloud- und Mobile-Angeboten.
Intern soll diese Strategie jedoch auf erheblichen Widerstand gestoßen sein und „mehrfach hinterfragt“ und als „scheiternd“ bezeichnet worden sein. Quellen berichten, die Kampagne habe „viele Mitarbeiter intern vor den Kopf gestoßen“.
Der Hardware-Umsatz von Xbox ist inzwischen drei Geschäftsjahre in Folge gesunken. Auch für das Geschäftsjahr 2026 zeichnen sich weitere Rückgänge ab. Bonds Führungsstil sei zusätzlich umstritten gewesen. Mehrere aktuelle und ehemalige Mitarbeiter beschrieben sie laut Bericht als „schwierig in der Zusammenarbeit“, sofern man ihre Ansicht nicht teilte.
Auffällig: In offiziellen Memo Nadellas zum Führungswechsel wurde Bond kaum erwähnt, während Spencer öffentlich gewürdigt wurde.
https://2playerz.de/p/microsoft-bestatigt-xbox-zukunft-nach-phil-spencers-rucktritt-satya-nadella-bekennt-sich-klar-zu-gaming
Der Zeitpunkt der Bekanntgabe sorgte zusätzlich für Unruhe. Aufgrund eines drohenden Leaks wurde die Mitteilung früher als geplant veröffentlicht.
Warren beschreibt die Situation so:
„Das löste einen chaotischen Tag aus, an dem Teams innerhalb von Xbox die Neuigkeiten zuerst über Reporter und Nachrichtenportale erfuhren, statt über interne Memos. Das Team, das Bonds Social-Media-Konten betreute, war so unvorbereitet, dass ein LinkedIn-Beitrag, der Leute dazu einlud, Feedback zu Xbox-Barrierefreiheitsfunktionen zu geben, kurz vor ihrer Entlassung online ging“
Der Beitrag blieb stundenlang sichtbar, bevor er entfernt wurde.
https://2playerz.de/p/sarah-bond-verlasst-xbox-abschieds-memo-veroffentlicht
Mit Asha Sharma übernimmt eine branchenfremde Managerin die Führung. Ihre Vergangenheit im KI-Bereich sorgt bei Teilen der Belegschaft für Skepsis. Gleichzeitig werden ihre Erfahrungen in Nutzerakquise und Plattform-Launches positiv hervorgehoben.
Warren zitiert interne Stimmen:
„Diejenigen, die Sharma kennen, beschreiben sie als enthusiastisch, lernwillig und fähig, Teams zu motivieren, eine klare Vision umzusetzen, anstatt als Produktvollstreckerin aufzutreten. Sie hat eine Vergangenheit bei Instacart und Meta und Erfahrung in Plattform-Launches und Nutzerakquise - Bereiche, in denen Xbox in den letzten Jahren versagt hat“
In ihrem ersten Statement sprach Sharma von einer „Rückkehr von Xbox“ und einer stärkeren Fokussierung auf Hardware.
https://2playerz.de/p/asha-sharma-gamerscore-verdacht-exklusivspiele-debatte-und-ihr-plan-fur-die-ruckkehr-von-xbox
Für zusätzliche Brisanz sorgt eine Einschätzung von Seamus Blackley, einem der Väter der ersten Xbox. In einem Interview mit GamesBeat äußerte er die Befürchtung, dass Microsoft langfristig Geschäftsbereiche außerhalb des KI-Kerngeschäfts zurückfahren könnte.
Seine drastische Einschätzung:
„Xbox wird, wie viele andere Unternehmen außerhalb des KI-Kerngeschäfts, schrittweise eingestellt“
Weiter sagte er:
„Das wird zwar nicht öffentlich ausgesprochen, aber genau das passiert. Ich gehe davon aus, dass die neue CEO, Asha Sharma, die Rolle einer Palliativmedizinerin übernehmen wird, die Xbox sanft in die Nacht begleitet. Es scheint einfach so.“
Sharmas öffentliche Aussagen zeichnen hingegen ein gegenteiliges Bild: Sie spricht von Wiederbelebung und stärkerer Ausrichtung auf Core-Gamer.
https://2playerz.de/p/xbox-insider-worst-case-eingereten-ki-vorwurfe-gegen-asha-sharma
Parallel wurde über LinkedIn bekannt, dass Craig Cincotta die Position „Chief of Staff, OCEO Xbox“ übernimmt. Er arbeitet damit eng mit Sharma zusammen. Seine Karriere führte ihn zuvor unter anderem durch Windows, Xbox, Azure sowie ebenfalls durch Cloud- und KI-Bereiche bei Microsoft.
Craig Cincotta begins a new position as Chief of Staff, OCEO Xbox (Office of the CEO).
— Idle Sloth (@IdleSloth84_) February 22, 2026
• A veteran communications executive at Microsoft, with a career spanning nearly two decades at Microsoft (2006 - 2013, 2016 - 2026).
• His previous position was General Manager, Cloud &… pic.twitter.com/Nuhuu7O2DZ
Auch hier stellt sich die Frage, ob die verstärkte Präsenz ehemaliger KI-Manager bei Microsoft Gaming Zufall oder Teil einer gezielten strategischen Neuausrichtung ist.
Die nächste Xbox-Generation wird nach aktuellen Informationen frühestens Ende 2027 erwartet. Ob die Marke vor einem Neustart steht oder - wie Blackley vermutet - vor einem schleichenden Rückzug, bleibt offen.
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