Nach kritischen Aussagen zur Rückkehrpflicht ins Büro und zur Unternehmensstrategie soll Ubisoft einen langjährigen Mitarbeiter verloren haben. David Michaud-Cromp berichtet von Suspendierung, interner Kritik - und schließlich der Trennung.
Nach kritischen Aussagen zur Rückkehrpflicht ins Büro und zur Unternehmensstrategie soll Ubisoft einen langjährigen Mitarbeiter verloren haben. David Michaud-Cromp berichtet von Suspendierung, interner Kritik - und schließlich der Trennung.
Der frühere Ubisoft-Mitarbeiter David Michaud-Cromp, der nach eigenen Angaben mehr als 13 Jahre für den Publisher tätig war, scheint nicht länger Teil des Unternehmens zu sein. Zuvor war er demnach für mehrere Tage ohne Bezahlung suspendiert worden.
Auslöser sollen öffentliche und interne Aussagen zur neuen Rückkehrpflicht ins Büro sowie ein angeblicher Verstoß gegen die Treuepflicht gegenüber Ubisoft gewesen sein.
„Heute wurde ich von Ubisoft mit sofortiger Wirkung entlassen. Das war nicht meine Entscheidung. Zu internen Details oder Umständen werde ich mich nicht äußern. Ich nehme mir Zeit, um mich neu zu sortieren, und werde die nächsten Schritte mitteilen, sobald es angebracht ist.“

Auf LinkedIn hatte sich Michaud-Cromp zuvor offen zur Entscheidung des Unternehmens geäußert, Beschäftigte künftig wieder an fünf Tagen pro Woche ins Büro zu verpflichten.
In seinem Beitrag schrieb er:
„Also… Ubisoft möchte die 5-Tage-Woche im Büro wieder einführen, weil sie ‚an Zusammenarbeit glauben‘. Aber mal ehrlich, wir sind doch nicht völlig blöd. Wir wissen ganz genau, warum ihr die 5-Tage-Woche im Büro wieder einführen wollt.“

Kurz darauf folgte laut seiner Aussage eine dreitägige, unbezahlte Suspendierung.
„Berufliches Update
Ubisoft hat mich heute über eine dreitägige unbezahlte disziplinarische Suspendierung informiert, die ab morgen in Kraft tritt. Die Maßnahme wurde mir als im Zusammenhang mit öffentlichen Kommentaren dargestellt, die ich zur Rückkehrpflicht ins Büro geäußert habe, sowie mit einem angeblichen Verstoß gegen die Treuepflicht. Ich teile diese Information aus Gründen der Transparenz. Ich nehme die Entscheidung zur Kenntnis und werde mich zum jetzigen Zeitpunkt nicht weiter dazu äußern."

Eine offizielle Stellungnahme von Ubisoft zu dem Vorgang liegt bislang nicht vor.
Wie Insider Gaming berichtet, beschränkten sich Michaud-Cromps kritische Äußerungen nicht auf soziale Netzwerke. Auch auf Agora, einer internen Kommunikationsplattform von Ubisoft, soll er die strategische Ausrichtung des Unternehmens hinterfragt haben. Besonders die fortlaufenden Investitionen in Games-as-a-Service bezeichnete er als kostspielige Projekte, „die uns immer wieder teuer zu stehen kommen“.
Darüber hinaus äußerte er sich kritisch zur Übergabe der Vantage Studios an Charlie Guillemot, den Sohn von Ubisoft-CEO Yves Guillemot. Mit Blick auf dessen bisherigen Werdegang kommentierte Michaud-Cromp, dieser habe im Grunde nur „Unagi-Spiele“ in seinem Lebenslauf vorzuweisen.
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Inhaltlich machte Michaud-Cromp deutlich, dass aus seiner Sicht vor allem die Belegschaft die Konsequenzen strategischer Fehlentscheidungen trage, während das obere Management „weiterhin Millionen von Dollar verdient“. Maßnahmen zur Kostensenkung halte er grundsätzlich für notwendig, sie müssten jedoch bei der Führungsebene beginnen, um nachhaltige Wirkung zu entfalten.
Nach eigenen Angaben erhielt er schließlich die Mitteilung, dass er aufgrund seiner Äußerungen nicht länger für Ubisoft tätig sein könne. In der Folge sei es zur Beendigung des Arbeitsverhältnisses gekommen.
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Der Vorfall fällt in eine Phase tiefgreifender Veränderungen bei Ubisoft. Der französische Publisher befindet sich mitten in einer umfassenden Umstrukturierung, bei der große Marken in sogenannte Creative Houses ausgelagert werden sollen, die weitgehend unabhängig voneinander agieren. Parallel dazu greift der Sparkurs, der offenbar auch Projekte betrifft wie Prince of Persia: The Sands of Time Remake, das nach langer Entwicklungszeit nicht mehr erscheinen wird.
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